Was ist gutes Webdesign?

Themen: 1. Was ist gutes Design? 2. Was ist gutes Webdesign? 3. Effiziente Kommunikation? Warum ist Content Management nur ein Teil davon?

Interaktivität, Technik und möglicherweise auch Bewegtbild und Ton gehören zum Webdesign.

Deshalb spielen neben dem reinen optischen Aussehen viele weitere Faktoren eine Rolle, wie das Wissen um Aufmerksamkeitssteuerung, dem menschlichen Leseverhalten, Motivationen, Entscheidungsverhalten und Art und Weise wie Menschen Probleme lösen.

Im folgenden finden Sie einige grundlegende Empfehlungen für die Konzeption und den Aufbau von Websites, die den heutigen, modernen Anforderungen entsprechen.

1 Grundlegendes / Rahmenbedingungen

Gute Webseiten erfordern einige grundlegende Überlegungen, die im Folgenden beschrieben werden sollen.

Ziel ist eine attraktive, zukunftsfähige und gut zugängliche Websites, die optimal auf die Zielgruppe angepasst ist. Weiterhin sollen zusätzliche Analysetools zur Kontrolle des Benutzerverhaltens (Usertracking) möglich sein. Die Website soll in einem globalen Content Management System aufgebaut werden, um schnell und unkompliziert neue Inhalte zu integrieren.

1.1 Webstandards

In den letzten zwei bis drei Jahren rückten auch bei uns die Webstandards immer mehr in den Vordergrund, vor allem jene für XHTML und CSS (Cascading Style Sheets).

Die Trennung von Inhalten und Layout durch CSS und die Qualität des Quellcodes (XHTML) sind die Grundlage für den langfristigen Erfolg einer Website. So profitieren von einer modernen, gut strukturierten und barrierearmen Website Besucher und Betreiber gleicher- maßen. Eine solche Website kann alles vereinen, was sie modern, zugänglich und zukunftsfähig macht.

Dabei sind guter, sauberer Code, eine klare Struktur sowie die strikte Trennung von Inhalten und Layout die Basis für die spätere Erscheinung, die Funktion und somit den Erfolg der Website.

1.2 Struktur und Inhalte

Die Struktur und die Inhalte einer Website sind ausschlaggebend für das Bestehen und den lang-fristigen Erfolg. Die Struktur beschreibt den logischen Aufbau der Seite und sollte nur so komplex wie nötig sein. Die Besucher müssen den Aufbau gut verstehen können, nichts sollte für einen kurzfristigen Effekt unnötig verkompliziert werden. Die Seite bleibt dadurch übersichtlicher, und die Besucher bleiben, um sich zu informieren. Wird die Orientierung oder das Erfassen der Inhalte beeinträchtigt, ist eine Konzentration auf die Inhalte erschwert. Wichtige Informationen gehen verloren oder manche Besucher haben Probleme mit der Bedienung der Website. Zum Beispiel macht ein Navigationsmenü, das als solches nicht erkennbar ist, keinen Sinn, auch wenn es noch so schön und effektvoll umgesetzt wurde. Es eignet sich nur bedingt für eine bequeme und übersichtliche Fortbewegung auf der Website.

Die Navigationsstruktur sollte so einfach wie möglich gehalten sein. Die oberste Gliederungsebene sollte nicht allzu viele Navigationspunkte umfassen. Das menschliche Gehirn kann maximal sieben Sinneinheiten gleichzeitig erfassen. Allerdings wird dies durch diverse Ablenkungen erschwert, und es lassen sich nur in etwa fünf Sinneinheiten gleichzeitig erfassen. Dementsprechend sollte die Navigationsstruktur aufgebaut sein. Die Besucher möchten sich gut zurechtfinden und durch die Website navigieren. Dabei ist es wichtig, vor allem folgende drei Punkte zu beachten:

  • Von überall eine Möglichkeit bieten, wieder auf die Startseite zu gelangen

  • Links sollen als solche gut erkennbar und benutzbar sein

  • Dem Besucher sollte mitgeteilt werden, wo er sich gerade befindet

Das sind die wichtigsten Orientierungshilfen, die man dem Besucher zur Verfügung stellen kann

1.3 Barrierefreiheit

Ein ganz wesentlicher Teil der Zielgruppe, kann durch eine Krankheit in irgendeiner Weise körperlich behindert sein. Daher ist eine barrierefreie Umsetzung von großer Relevanz.

Barrierefreiheit bedeutet die uneingeschränkte Nutzung von Gegenständen, Gebrauchsgütern und Objekten durch alle Menschen über denselben Zugangsweg. Eine Zugänglichkeit über alternative Zugangswege gilt dabei nicht als barrierefrei.

1.4 Zugänglichkeit (Accessibility)

Dieses Ziel leitet von der Barrierefreiheit ab. Eine Website kann leider nie gänzlich barrierefrei werden, spätestens dann, wenn es um sehr subjektive Präferenzen des Besuchers geht. Zugänglichkeit trifft es daher besser und ist die direkte Übersetzung aus dem englischen Accessibility. Das Ziel besteht darin, ein höchstmögliches Maß an Zugänglichkeit zu erreichen, ohne dabei Besuchergruppen oder Technologien und Maschinen auszuschließen. Die Website soll so barrierearm wie möglich bleiben. Jedem Besucher sollte der ungehinderte Zugang zur Website möglich sein - technisch wie inhaltlich. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, bei der Konzeption einer Website an Sehbehinderte und Blinde zu denken. Barrieren entstehen auch für normal sehende Menschen.

Beispiele für wichtige Zugänglichkeitskriterien sind:

  • Alternativen (Texte) für Grafiken und Multimedia-Elemente

  • Flexible Schriftgrößen

  • Farbkontraste

  • Keine Optimierung nur für bestimmte, einzelne Browser

Man sollte sich daher bei der Umsetzung einer Website folgende Überlegungen immer im Hinterkopf behalten. Internetnutzer verwenden verschiedene Browser auf verschiedenen Ausgabemedien (Monitor, PDA, Ausdruck auf Papier). Einige Menschen haben verschiedene Arten von Behinderungen wie Farbblindheit, grauer Star usw. bis hin zur totalen Blindheit. Aber auch körperliche Behinderungen sind zu beachten. Der Anteil der Internetnutzer unter diesen Menschen ist höher als im Bevölkerungsdurchschnitt; auch wenn es im Endeffekt sehr wenige Besucher sind. Gerade sie nutzen das Internet teilweise sehr intensiv, denn für viele Behinderte ist das Internet mittlerweile das wichtigste Medium für den Kontakt zur Außenwelt. Dabei kommen spezielle Geräte und Software zum Einsatz, wie beispielsweise Screenreader und Braillegeräte, mit deren Hilfe man sich Websites vorlesen und in Blindenschrift ausgeben lassen kann.

1.5 Suchmaschinenoptimierung

Nicht nur Meta-Angaben einer Website wie das „Title-Element“, die Beschreibung (Description) oder die Schlüsselwörter (Keywords) sind ausschlaggebend für den Erfolg einer Website im Gedränge der Suchergebnisse bei Suchmaschinen. Die Bedeutung der Inhalte und deren technischmaschinelle Aufbereitung spielen eine immer wichtigere Rolle.

Das entscheidende Kriterium für die Positionierung in den Suchergebnissen besonders für Google ist die Relevanz einer Webseite. Fast jeder Internetnutzer benutzt mindestens einmal am Tag eine Suchmaschine, und momentan hat Google im Suchmaschinen-Bereich ca. 90% Marktanteil in Deutschland.

Im Folgenden ist eine kurze Übersicht der wesentlichen Aspekte zu finden, die für die Relevanz einer Website notwendig sind:

  • aktuelle Inhalte

  • umfangreiche, sinnvolle und themenbezogene Inhalte

  • Links von anderen Webseiten auf die eigene Webseite

  • Sauberer und semantischer Code der Website

  • Trennung von Inhalt und Design

1.6 Qualität

Die Qualität einer Website wird sich durch die Einhaltung geltender Standards, gute Struktur sowie die Trennung von Inhalt und Layout ganz automatisch erhöhen.

Qualität einer Website lässt sich in folgende Kriterien unterteilen:

  • Effizienz

  • Verfügbarkeit

  • Ergonomie

  • Pflege

Effizienz bezieht sich auf die Inanspruchnahme von Betriebsmitteln bzw. Ressourcen.
So ist es nachgewiesen, dass Websites, die auf tabellenlosem Layout beruhen - also mit CSS aufgebaut sind - und einen sauberen und effizienteren Quellcode aufweisen, aufgrund reduzierter Dateigrößen deutlich geringere Ladezeiten erzeugen. Das sorgt für mehr "Surfvergnügen", weniger Traffic und schont somit auch technische sowie finanzielle Ressourcen des Seitenbetreibers.

Verfügbarkeit äußert sich beispielsweise in Meldungen wie: "Wegen Änderungen ist unser Online- Angebot erst in wenigen Tagen wieder erreichbar." Wartezeiten für Besucher und Kunden lassen sich mit Hilfe von Cascading Stylesheets (CSS) um ein Vielfaches reduzieren. Handelt es sich beispielsweise um ein kleineres Redesign einer Webpräsenz, müsste man lediglich Änderungen in ein oder zwei zentralen CSS-Dateien vornehmen.

Ergonomie betrifft die Leistungsmöglichkeiten und -grenzen eines Besuchers. Falsche Farbwahl oder zu kleine Klickflächen machen es Besuchern mit eingeschränkter Sehfähigkeit oder anderen Beeinträchtigungen oft schwer die Seite zu benutzen.

Die Pflege einer Website d.h. das Aktualisieren von Inhalten muss schnell, einfach und vor allem zeitnah erledigt werden können.

1.7 Zukunftsfähigkeit

Eine Website, die gut strukturiert ist, semantisch korrekte Elemente einsetzt, validen Quellcode produziert und zugänglich ist, wird nicht nur qualitativ besser sein. Eine solche Website ist und bleibt schlank, flexibel, modern und schließlich zukunftsfähig.

1.8 Gestaltung

Die Website soll ein klares und übersichtliches Design erhalten, und dennoch eine persönliche Note und eine ansprechende Optik besitzen.

Die Grundemotionalität, das sog. Look-and-Feel der Website sollte der Unternehmenserscheinung (Corporate Identity) entsprechen, so dass bei jedem Besuch ein Markenbranding erfolgt und der Wiedererkennungswert erhöht wird.

Weiterlesen über effiziente Kommunikation, und warum Content Mangement nur ein Teil davon ist.

© Lucian Katzbach (K&D Die Agentur)

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